Creative meets social - Engagement schlägt Brücken

Bereits zum dritten Mal trafen sich Unternehmen aus der Kreativbranche und soziale Einrichtungen aus dem Wrangelkiez. Attraktiver Ort für die Anbahnung von Kooperationen war diesmal der Club Watergate direkt an der Oberbaumbrücke.


Fotos: Sabine Münch

Zur Veranstaltung am 2. Juli unter dem Motto „creative meets social“ hatte der Stadtteilverein WrangelkiezRat und das Quartiersmanagement Wrangelkiez eingeladen. Die Schirmherrschaft hatte der Bezirksstadtrat für Wirtschaft, Dr. Peter Beckers, übernommen. Etwa 70 Interessierte waren gekommen, jeweils zur Hälfte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von sozialen Einrichtungen sowie von Kreativunternehmen. „Geben und Nehmen baut Kooperationen auf, die beiden Seiten nutzen“, erklärte Agnes Wischhöfer vom WrangelkiezRat. Etwa 100 Unternehmen aus den Bereichen Werbung, Medien, Musik, Mode usw. haben sich in den letzten Jahren rund um die Schlesische Straße angesiedelt. Mit der sozialen Wirklichkeit im Quartier haben sie meist wenig zu tun. Gleichzeitig können die Vereine und Projekte Unterstützung gut gebrauchen. Nach einem Überblick über die soziale Landschaft im Wrangelkiez wurden Beispiele erfolgreicher Kooperationen vorgestellt. So hat die Firma „Native Instruments“ dem Jugendhaus „Chip“ ein Tonstudio eingerichtet. Die Strategieagentur „diffferent“ hat den WrangelkiezRat in der Gründungsphase professionell  begleitet und das Team von BIK („Berufsorientierung im Kiez“) wird von der „Coaching Spirale“ kostenlos für ihre anspruchsvolle Arbeit fit gemacht. Metin Atakli von BIK ist begeistert: „Dass wir unsere Arbeit reflektieren und unsere Methoden verbessern können,  ist sehr hilfreich.“ Auch die Veranstaltung selber wurde durch mehrere Unternehmen gesponsort. So hat das Watergate seine Räume zur Verfügung gestellt und die „Riverside Studios“ haben Planung und Durchführung der Veranstaltung tatkräftig unterstützt und auch für die musikalische Umrahmung gesorgt. Zwei Restaurants aus dem Kiez, das "Las Primas" und "Alisna" sowie das ehrenamtlich geführte Projekt "homeless veggie dinner" und das Non-Profit-Unternehmen "Quartiermeister" unterstützten die Idee der Veranstaltung ebenfalls und servierten allen Anwesenden ein abwechslungsreiches Buffet und erfrischende Getränke.

Anregungen bekamen die anwesenden kreativen Köpfe also reichlich. Doch was haben die zeitlich meist stark eingespannten Unternehmen von einem solchen Engagement? „Wir haben ein Interesse daran, dass die Subkultur mit ihren Nischen erhalten bleibt“, sagte Tobias Thon von Native Instruments. „Es macht Sinn, dass wir etwas zurückgeben an den Kiez“, erklärte Brenya Adjei von diffferent. Man nutze schließlich die Angebote im Kiez, geht in die Restaurants oder kauft Bücher. „Der Kiez ist nicht nur ein Agentur- oder Kommerzort, sondern auch Lebensraum, wir wollen dazu beitragen, dass es auch so bleibt“.

Am Rande der Veranstaltung wurden in lockerer Atmosphäre zahlreiche Kontakte geknüpft und gemeinsame Ideen entwickelt.

Einige Beispiele für angebahnte Kooperationen:

  • ein Unternehmen bietet für soziale Einrichtungen im Kiez ehrenamtlich Coaching und Unterstützung bei der Teamentwicklung an
  • dem WrangelkiezRat wurde von einem Unternehmen Unterstützung beim Aufbau ihrer Website angeboten
  • die Spendenplattform „betterplace“ bietet ihr Projekt „Online Helden“ auch speziell den lokalen Einrichtungen und Projekten an
  • es gibt erste Gespräche zwischen Unternehmen und sozialen Einrichtungen zu gemeinsamen Kiezfesten im nächsten Jahr

Text: Birgit Leiß

creative meets social 2014
creative meets social 2012